Die Gymnasiale Oberstufe

Informationen für Schüler/innen und Eltern

Stand: August 2016
(Gültig ab dem Schuljahr 2016/17 für das Abitur nach 12 Jahren)

Grundlage dieser Informationsschrift sind die

 

1. Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VO-GO) und Ergänzende
    Bestimmungen … (EB-VO-GO), gemäß Änderung vom 12. August  2016

 

2. Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe ... (AVO-GOBAK)
    und Ergänzende Bestimmungen … (EB-AVO-GOBAK), Stand 12. August  2016

 

 

Die Darstellungen in diesem Heft beziehen sich auf das Abitur nach 12 Schuljahren.

Sie gelten erstmals für diejenigen Schüler/innen, die sich im August 2016 im 1. Jahr (=Q1) der Qualifikationsphase bzw. der Einführungsphase befinden.
 

 

Zur besseren Lesbarkeit wird nur die Bezeichnung Schüler (sowie Fachlehrer usw.) verwendet. Es ist natürlich immer die männliche und die weibliche Form gemeint.

 

 

 

Die genauen Texte der geltenden Verordnungen kann man beim Kultusministerium des Landes Niedersachsen erhalten, z.B. als pdf-Dateien über die Internetadresse www.mk.niedersachsen.de (> Themen > Unsere Schulen > Allgemein bildende Schulen > Gymnasium ).

 

 


Bei Fragen, Wünschen usw. wenden Sie sich bitte an den Verfasser dieses Heftes:

 

 

Hartmut Wingert

Gymnasialzweigleiter der KGS Bad Bevensen

 

Klein Bünstorfer Straße 7

29549 Bad Bevensen

 

Tel. 05821 543105   (Sekretariat 543101)

Fax 05821 543120

e-mail:  wingertH@fritz-reuter-schule.de

 

Die gymnasiale Oberstufe der Fritz-Reuter-Schule (KGS) Bad Bevensen

 

 

1.      Organisation

 

Die Oberstufe umfasst die Einführungsphase (Klasse 10) sowie die Qualifikationsphase mit den Jahrgängen 11 (= Q1) und 12 (= Q2). Der Besuch der Oberstufe dauert also normalerweise 3 Jahre.
Die Einführungsphase kann einmal wiederholt werden. Davon unabhängig kann auch der Besuch der Qualifikationsphase um 1 Jahr auf höchstens 3 Jahre bis zur Meldung und Zulassung zum Abitur verlängert werden. Wer die Abiturprüfung dann nicht besteht, kann sie einmal wiederholen.

 

Voraussetzung zum Besuch der Oberstufe ist die Versetzung in die Einführungsphase bzw. der Erweiterte Sekundarabschluss I .

 

In der 10. Klasse sind zwei Fremdsprachen verpflichtend (Ausnahme: Realschüler, die von Kl. 6 bis 10 Französisch hatten, benötigen nur eine Fremdsprache).
Schüler, die in der Sekundarstufe I  nicht durchgehend an einer 2. Fremdsprache teilgenommen haben oder die im Gymnasialzweig diese nicht in der 10. Klasse fortführen wollen, müssen in der Einführungsphase eine 2. Fremdsprache neu beginnen (bei uns zur Zeit Latein) und diese bis zum Abitur durchgehend betreiben.


Der Unterricht findet in der Einführungsphase überwiegend im Klassenverband statt. Am Schuljahresende folgt eine Versetzung in die Qualifikationsphase. Dort gibt es im Rahmen eines vom Schüler gewählten Schwerpunktes Unterricht in Halbjahreskursen.

 

Zwischen Jahrgang 11 und 12 entscheidet die Schule nicht über eine Versetzung. Die in der Qualifikationsphase erbrachten Leistungen werden erst bei der Zulassung zum Abitur am Ende des 12. Jahrgangs zusammengefasst.

 

Das Kurssystem gibt den Schülern größere Freiräume, setzt aber auch eigene Verantwortung für den schulischen Lernprozess voraus. Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, ist eine gute Kommunikation zwischen Schüler und Schule wichtig.
Die Schüler sollten sich regelmäßig beraten lassen, z.B. von ihrem Tutor, der sie in der Qualifikationsphase betreut und somit die Rolle des Klassenlehrers übernimmt.

 

Die Leistungsbewertung erfolgt in der Einführungsphase durch die bekannte sechsstufige Notenskala. Dabei werden auch Bewertungen zum Arbeits- und
Sozialverhalten vergeben.
Ab Jahrgang 11 werden die Noten 1 bis 6 in Punkte umgesetzt (von 00 bis 15 Punkte):

 

+

1

+

2

+

3

+

4

+

5

6

15

14

13

12

11

10

09

08

07

06

05

04

03

02

01

00

 

 

Man sollte beachten, dass dabei die „4–“ = 04 Punkte bereits als „unterm Strich“ gilt. Für das Abitur sind nur wenige Kurse unter 05 Punkten erlaubt, im Durchschnitt müssen mindestens 05 Punkte erreicht werden.


Grundlage der Leistungsbewertung sind die Ergebnisse in den schriftlichen  Arbeiten („Klausuren“) sowie die Mitarbeit im Unterricht. Dazu zählen nicht nur mündliche Beiträge, sondern auch andere fachspezifische Leistungen, wie Referate, Kurztests, Protokolle, Experimente, Hausaufgaben usw.

2.      Die Einführungsphase (Klasse 10)

 

Der Pflichtunterricht wird bis auf die 2. Fremdsprache, Religion / Werte und Normen und Musik, Kunst, Darstellendes Spiel im Klassenverband erteilt. Es gilt folgende Stundentafel:
 

Bereich

Aufgaben-
feld

Fächer

Wochenstd.

Pflichtunterricht

A

Deutsch

3

1. Fremdsprache (Englisch)

3

2. Fremdsprache
( Frz. / La / La neu / Frz. neu)

4

Musik, Kunst, Darstellendes Spiel (davon 2 Fächer)

2

2

B

Geschichte

2

Erdkunde

2

Politik-Wirtschaft

2

Religion, Werte und Normen

2

C

Mathematik

4

Biologie

2

Chemie

2

Physik

2

 

Sport

2

Wahl-
unter-richt

 

Wahlsprachen, Förderunterricht, AG, Methodenlernen usw.

+

 

 

Schülerpflichtstundenzahl

34



Die Verpflichtung zur 2. Fremdsprache ist wie in Kapitel 1 beschrieben zu erfüllen.

In Politik-Wirtschaft wird im Umfang von mindestens 10 Stunden pro Schuljahr Unterricht zur Studien- und Berufswahl durchgeführt. Für die Schüler aus dem Gymnasialzweig findet ein 2-wöchiges Berufspraktikum statt. Schüler, die aus dem Realschulzweig aufgenommen wurden, erhalten in dieser Zeit (Förder-)Unterricht zur Vorbereitung auf die Sekundarstufe II.

 
Versetzung:
Man wird in die Qualifikationsphase versetzt, wenn alle Fächer des Pflichtunterrichts mit mindestens ausreichend bewertet wurden. Auch höchstens ein mangelhaftes Fach beeinträchtigt die Versetzung nicht.

Sind maximal 2 Fächer mit mangelhaft bewertet worden, kann die Konferenz eine Versetzung beschließen, wenn ein Ausgleich durch zwei mindestens befriedigende Fächer vorliegt. Entsprechend gibt es für ein ungenügendes Fach bei ansonsten ausreichenden Leistungen Ausgleich durch eine „2“ oder zwei „3“en.
Die Fächer Deutsch, Fremdsprachen und Mathematik können jeweils nur untereinander ausgeglichen werden.

 

3.      Die Qualifikationsphase (Jahrgänge 11=Q1 und 12=Q2)

 

In der Oberstufe sind die Fächer (außer Sport, Seminarfach) bestimmten Aufgabenfeldern zugeordnet (siehe Stundentafel in Kapitel 2):

A         – sprachlich-literarisch-künstlerisch,
B         – gesellschaftswissenschaftlich,
C         – mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch.


Daneben werden in den Jahrgängen 11 und 12 folgende Fächerarten unterschieden:

Kernfächer sind Deutsch, Fremdsprache und Mathematik. Sie müssen bis zum Abitur belegt werden und sind immer 4-stündig.

Schwerpunktfächer sind die beiden den jeweiligen Schwerpunkt kennzeichnenden Fächer (ebenfalls 4-stündig). Dieses können auch zugleich Kernfächer sein. Diese Fächer werden auf erhöhtem Anforderungsniveau bis zum Abitur unterrichtet (s.u.).

Ergänzungsfächer sind alle übrigen Fächer, für die Belegungsverpflichtungen bestehen. Sie werden 2- oder 4-stündig unterrichtet.

Das Seminarfach ist (2-stündig) bis zum Abitur verpflichtend. Es soll fächer-übergreifende und fächerverbindende Themen und Methoden behandeln und damit studien- und berufsvorbereitend wirken. Im Seminarfach wird im zweiten Kurshalbjahr des 11. Jahrgangs eine sogenannte „Facharbeit“ erstellt, eine selbständige, schriftliche Auseinandersetzung mit einem relativ komplexen Thema. Erstellung und Präsentation dieser Ausarbeitung sollen wissenschaftspropädeutisch den oben genannten Zielen des Seminarfaches dienen.
Im Abiturzeugnis werden Thema und Bewertung der Facharbeit aufgeführt.


Wahlfächer sind alle übrigen Fächer, die über die Verpflichtungen hinaus freiwillig angewählt werden können.


Fächer mit grundlegendem Anforderungsniveau:
Unabhängig von der Wochenstundenzahl (2 oder 4) soll der Unterricht unter dem Aspekt wissenschaftspropädeutischer Bildung grundlegende Inhalte und Methoden eines Faches vermitteln. Wichtiges Ziel ist dabei auch, die Schüler an selbständiges Arbeiten heranzuführen.

 

Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau:
Drei Fächer (die beiden Schwerpunktfächer und ein 3. Prüfungsfach) müssen auf erhöhtem Niveau 4-stündig betrieben werden.
In diesen Kursen wird die wissenschaftspropädeutische Bildung exemplarisch vertieft betrieben. Die Studienvorbereitung wird durch die intensivere Einführung in wissenschaftliche Fragestellungen und Methoden und die systematische Beschäftigung mit komplexeren Inhalten verstärkt. In diesen Fächern wird ein selbständiges Arbeiten auch über längere Zeiträume angestrebt.

 

Schwerpunkte:

 

Am Ende der Einführungsphase wählt jeder Schüler im Rahmen des Angebots der Schule einen Schwerpunkt für die Arbeit in der Qualifikationsphase.
Jeder Schwerpunkt besteht aus den beiden Schwerpunktfächern und weiteren, zugehörigen Kursen, mit denen die Verpflichtungen gemäß Abiturverordnung erfüllt werden.

Man wählt also nicht Einzelkurse, sondern ein „Paket“ von Fächern, je nach Wahl des Schwerpunktes. Dabei gibt es allerdings an verschiedenen Stellen individuelle Gestaltungsspielräume.


An der Fritz-Reuter-Schule sind zurzeit folgende Schwerpunkte wählbar:
 

  • Der sprachliche Schwerpunkt, mit den Schwerpunktfächern Englisch und Deutsch,
     
  • der gesellschaftswissenschaftliche Schwerpunkt, mit den Schwerpunktfächern  Geschichte und Politik-Wirtschaft oder Erdkunde,
     
  • der naturwissenschaftliche Schwerpunkt, mit einer Naturwissenschaft als erstem und Mathematik als zweitem Schwerpunktfach.


Damit verbunden ist die Wahl der insgesamt 5 Prüfungsfächer für das Abitur. Man muss sich also bereits am Ende der 10. Klasse mit der Schwerpunktwahl für die Prüfungsfächer und die sonstigen Kurse in der Qualifikationsphase entscheiden!

Änderungen sind danach nur noch in besonderen Einzelfällen möglich.



Prüfungsfächer:

 

  • Die 5 Prüfungsfächer P1 bis P5 werden 4-stündig unterrichtet, P1 bis P3 auf erhöhtem Anforderungsniveau, P4 und P5 auf grundlegendem Niveau.
     
  • P1 bis P4 werden schriftlich (Zentralabitur), P5 mündlich im Abitur geprüft.
     
  • Unter den Prüfungsfächern P1 bis P5 muss jedes Aufgabenfeld mindestens einmal vorkommen.
     
  • Zwei der drei Kernfächer Deutsch, Fremdsprache, Mathematik müssen als Prüfungsfächer gewählt werden.
     
  • P1 und P2 sind die zwei Schwerpunktfächer.
    Ausnahme: Im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt ist Geschichte P1, Politik-Wirtschaft oder Erdkunde P3 und als Prüfungsfach P2 muss ein Kernfach (De, FS, Ma) gewählt werden.

     
  • In den Prüfungsfächern P1, P2 und P3 zählen die Ergebnisse der 4 Kurshalbjahre für die Gesamtqualifikation (= Punktzahl) des Abiturs doppelt. In der Abiturprüfung selbst zählen die Ergebnisse aller Prüfungsfächer vierfach.
    (Dabei kann auf Wunsch das 4. Prüfungsfach durch eine „besondere Lernleistung“ ersetzt werden; siehe Abschnitt 6)

     
  • Die Prüfungsfachkombination muss so sein, dass die Einbringungsverpflichtungen mit höchstens 36 anzurechnenden Halbjahresergebnissen erfüllt werden. (siehe Abschnitt 4)
     

Die Wahl der Schwerpunkte / Prüfungsfächer

 

Unabhängig vom Angebot einer Schule gelten folgende Belegungsverpflichtungen:

 

  • Deutsch (4 Hj.)
  • Geschichte (2 Hj.)
  • Mathematik (4 Hj.)
  • Politik-Wirtschaft (2 Hj.) *)
  • eine Fremdsprache (4 Hj.)
  • Kunst oder Musik oder DSp (2 Hj.)
  • eine Naturwissenschaft (4 Hj.)
  • Religion oder Werte und Normen
    (4 Hj.)
  • Seminarfach (4 Hj.)
  • Sport (4 Hj.)

 

 

  • für den sprachlichen Schwerpunkt:

 

2. Fremdsprache (4 Hj.)

  • für den gesellschafts-wissenschaftlichen Schwerpunkt:

2. Fremdsprache oder 2. Naturwissen-schaft (2 Hj.)

*) die Verpflichtung für PoWi entfällt in diesem Schwerpunkt, wenn Ek P3 ist

  • für den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt:

 

2. Naturwissenschaft (4 Hj.)


Eine ab Jg. 10 neu begonnene 2. Fremdsprache (z.B. Latein neu) ist ggf. verpflichtend bis zum Abitur zu belegen, wenn man in Sek I keine 2. Fremdsprache durchgehend hatte oder in Jg. 10 eine 2. Fremdsprache nicht fortgeführt hat.

 

Halbjahre, die mit „00 Punkten“ bewertet wurden, gelten als nicht belegt!

 

 

An der KGS Bad Bevensen gelten folgende Prinzipien für die Wahl der Schwerpunkte bzw. Prüfungsfächer:

 

  • Für jeden der drei o.g. Schwerpunkte gibt es Vorgaben, zum Teil aber auch Wahlmöglichkeiten für die jeweiligen Schwerpunktfächer und das 3. Prüfungsfach.
  • Die Prüfungsfächer P4 und P5 sind danach unter Beachtung der genannten Bedingungen aus einem relativ großen Angebot an Kursen wählbar.
  • Der „Leistenplan“ für die Kurse (=Anordnung parallel unterrichteter Kurse im Stundenplan) ist fest vorgegeben und so gestaltet, dass alle Bedingungen (aber nicht alle individuellen Wünsche) erfüllbar sind.
  • Um die benötigten Kurse frühzeitig planen zu können, werden in Klasse 10 rechtzeitig vor oder nach den Osterferien Kurswahlen durchgeführt.
  • Auf der Basis der Wahlen werden unter Beachtung des Leistenplans entsprechende Korrekturen am Angebot vorgenommen. Die  folgende Übersicht ist also bei der endgültigen Schwerpunktwahl geringfügig modifiziert.
  • Für Sport werden Extra-Wahlen durchgeführt.

 

Im Rahmen des gewählten Schwerpunkts stellt jeder Schüler anhand obiger Aufstellung seinen individuellen Studienplan für die Jahrgänge 11 und 12 zusammen. Dabei werden zunächst die Prüfungsfächer P1 bis P3 auf erhöhtem Niveau festgelegt.
Aus den 3 möglichen Prüfungsfächern auf grundlegendem Niveau sind unter Beachtung der Bedingungen die zwei Prüfungsfächer P4 und P5 auszuwählen. Schließlich folgen die Ergänzungsfächer (überwiegend 2-stündig) gemäß Belegungsverpflichtungen.

 

Trotz der zahlreichen Wahlmöglichkeiten sind einige Einschränkungen unumgänglich:
– Je nach Wahlverhalten entfallen einige der zunächst angebotenen Kurse.
– Die Fächer Religion, Werte und Normen, Musik, Kunst, Darstellendes Spiel werden
   bei uns nur 2-stündig angeboten und sind daher keine möglichen Prüfungsfächer.
Dieses sind im Verhältnis zu den möglichen Kombinationen relativ wenige Einschränkungen.

 

 

Zusätzlich, aber freiwillig, kann ein Schüler aus dem Angebot der Schule Wahlfächer belegen.

Darüber hinaus werden mehrere (unbewertete) Arbeitsgemeinschaften angeboten.

 

Man sollte bei der Wahl aber die wöchentliche Gesamtbelastung bedenken. Im Zweifelsfall ist eine Beratung durch den Gymnasialzweigleiter oder die Oberstufenkoordinatorin zu empfehlen.

 

 

Freiwilliger Rücktritt:

 

In der Qualifikationsphase gibt es keine Versetzung, es wird aber nach jedem Halbjahr überprüft, ob eine Zulassung zur Abiturprüfung noch möglich ist.

Man kann maximal ein Schuljahr in den Jahrgängen 11 und 12 wiederholen. Dabei werden die Ergebnisse des wiederholten ersten Durchgangs nicht mehr berücksichtigt, sie „gehen verloren“ (Ausnahme: schulischer Teil der Fachhochschulreife, siehe Abschnitt 5).

Wer im Jg. 11 schon nach dem ersten Halbjahr zurücktritt, geht ins 2. Halbjahr 10 über und kommt dann ohne erneute Versetzungsentscheidung in die Qualifikationsphase.

Tritt man bis zum Ende des 11. Jahrgangs zurück, kann man seinen Schwerpunkt und die Prüfungsfächer ganz neu wählen. Man fängt also von vorne an, nimmt aber ggf. die Fremdsprachenbedingungen aus Jg. 10 mit. Diese Möglichkeit hat man im Jg. 12 nicht mehr.

 

Zusätzlich kann man eine nicht bestandene Abiturprüfung einmal wiederholen (nach Wiederholung des 12. Jahrgangs).

 

Verlässt man die Schule nach dem 11. oder im 12. Jahrgang, hat man eventuell durch die Leistungen in zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren den schulischen Teil der Fachhochschulreife erworben (siehe dazu den Abschnitt 5).

 

4.      Die Abiturprüfung

 

Zulassung

 

Nachdem die Leistungen des 4. Halbjahres bewertet wurden (in der Regel vor den Osterferien), meldet sich der Schüler zur Abiturprüfung. Die Zulassung erhält man, wenn
a) die Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen und
b) die Bedingungen für Block I der Gesamtqualifikation erfüllt sind (siehe unten:
   „Gesamtqualifikation“).
Wer sich nicht zum Abitur meldet, nicht zugelassen wird oder vor Beginn der Abiturprüfung zurücktritt, kann in das 2. Halbjahr zurückgehen, sofern die Höchstverweildauer in der Oberstufe dadurch nicht überschritten wird.

 

Termine / Zentralabitur

 

Am Ende des 4. Halbjahres, vor oder nach den Osterferien, beginnt die Abiturprüfung mit den landesweit einheitlich gestellten Aufgaben in den schriftlichen Prüfungsfächern P1 bis P4. Die Bearbeitungszeit beträgt für die Fächer P1 bis P3 (erhöhtes Niveau) 300 Minuten, für das P4-Fach 220 Minuten.

An die Stelle der Abiturklausur kann im 4. Prüfungsfach eine sogenannte „besondere Lernleistung“ treten (siehe Abschnitt 6).

Im P5-Fach wird mehrere Tage nach den schriftlichen Prüfungen in Eigenregie der Schule eine mündliche Prüfung durchgeführt, die 20 bis 30 Minuten dauert.

Zusätzlich können in den Fächern P1 bis P4 mündliche (Nach-)Prüfungen angesetzt oder freiwillig beantragt werden. Diese finden einige Tage vor der Aushändigung der Abiturzeugnisse kurz vor den Sommerferien statt.

 

Gesamtqualifikation

 

Die Gesamtqualifikation ergibt sich als Punktsumme bestimmter, in der Qualifikationsphase erreichter Halbjahresergebnisse (diese bilden den „Block I“) sowie den Ergebnissen der Abiturprüfung in den 5 Prüfungsfächern („Block II“).

 

Dabei gelten folgende Einbringungsverpflichtungen:

 

Fach

Anzahl der Halb-jahresergebnisse

 

Fach

Anzahl der Halb-jahresergebnisse

Deutsch

4

 

Mathematik

4

Fremdsprache*

4

 

Naturwissenschaft*

4

2. FS*

(4) , nur im sprachlichen Schwerp.

 

2. NW*

(4) , nur im
naturwiss. Schwerp.

2. FS oder
2. NW
*

(2) , nur im  gesellschaft. Schwerp.

 

Seminarfach**

2

Kunst oder Musik oder DSp

2

 

Geschichte

2

Religion oder WuN

2

 

Politik-Wirtschaft***

2

  *   =   Die Halbjahresergebnisse müssen dieselbe Fremdsprache oder Naturwissenschaft
            betreffen.

 **  =    Die Halbjahre müssen zusammenhängend sein und das Facharbeitssemester beinhalten.
 *** =  Diese Verpflichtung entfällt im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt, falls
            Erdkunde (eA) P3-Fach ist.

 

Wer eine 2. Fremdsprache (z.B. Latein) neu ab Klasse 10 als Pflichtfremdsprache betreiben muss, weil er in diesem Jahrgang außer Englisch keine 2. fortgeführte Fremdsprache belegt hat, muss die neue Sprache bis zum Abitur belegen und (mindestens) zwei Halbjahre in die Gesamtqualifikation einbringen. Je nach Schwerpunkt und Wahl der Prüfungsfächer kann dieses zur Folge haben, dass Englisch nicht mehr eingebracht werden kann (siehe unten).

 

 

Unter Beachtung der Tabelle auf Seite 10 zu den Einbringungsverpflichtungen werden insgesamt 32 bis 36 Schulhalbjahresergebnisse mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtqualifikation eingebracht.

Darunter müssen auch immer die Ergebnisse in den 5 Prüfungsfächern sein.

 

 

12 Ergebnisse der Fächer P1, P2 und P3 in doppelter Wertung und 20 bis 24 Ergebnisse (Pflicht- und Wahlfächer) in einfacher Wertung bilden den Block I. Dies ergibt die verlangten 32 bis 36 Halbjahresergebnisse.


Unabhängig von der Wahl des Schwerpunktes gibt es mindestens 32 einzubringende Pflichtkurse.
Abhängig von der individuellen Wahl der Prüfungsfächer ergibt sich aber evtl. sogar
eine Erhöhung der Zahl der verpflichtend einzubringenden Ergebnisse,
so dass ggf. nur wenige zusätzliche Kurse im Abitur angerechnet werden können.

Sport muss durchgehend belegt, aber nicht in die Gesamtqualifikation eingebracht werden.

 


Prüfungsfachkombinationen, bei denen die Zahl der Pflichtkurse 36 überschreitet, sind nicht zulässig. Dieser Fall kann in unserem Organisationsmodell jedoch gar nicht auftreten.
 

Die folgende Tabelle fasst zusammen, wie sich die Gesamtqualifikation aus den Blöcken I und II zusammensetzt.

Grundsatz: Wer im Durchschnitt in allen einzubringenden Kursen 05 Punkte erreicht, hat die Abiturprüfung bestanden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt werden:

 

Block I
32 bis 36
Halbjahresergebnisse

 

Block II
Abiturprüfung


20-24 Halbjahresergebnisse
in einfacher Wertung,
darunter:

 –alle Pflicht-Halbj.-Erg.
   soweit nicht P1, P2, P3
   gemäß Einbringungs-
   verpflichtungen,

 –1. bis 4. Hj. in P4, P5

 – weitere Kurse, in Sport
    maximal 3 Halbj.-Ergeb.
1)
 


   12 Halbj.-Ergebnisse,
   also das 1. bis 4. Hj.
   der Fächer P1, P2, P3
   in zweifacher Wertung,






 

 


   5 Prüfungsergebnisse
   im Abitur
   in vierfacher Wertung
2)


 – dabei in drei Fächern
    mindestens je 05 Punkte 
    (= jeweils 20 Punkte in
     vierfacher  Wertung)


darunter Halbj.-Ergebnisse mit mindestens 05 Punkten:

- mindestens 9 Kurse in P1 bis P3
  und insgesamt
- mindestens 26 bei 32 eingebrachten Kursen,
- mindestens 27 bei 33 eingebrachten Kursen,
- mindestens 28 bei 34 oder 35 eingebrachten Kursen,
- mindestens 29 bei 36 eingebrachten Kursen
  (also insgesamt maximal 6 bis 7 Unterkurse, davon
   maximal 3 Unterkurse in P1 bis P3
).


Aus den 32 bis 36 Halbj.-Ergebnissen ergibt sich nach
obigen Vorgaben eine Punktsumme P.
Gemäß der Formel  E I
= 40 x P : S   wird daraus das Ergebnis E I  für den Block I ermittelt.
(S ist je nach der Gesamtzahl der eingebrachten Kurse 44 bis 48)




E II = Summe der 5 PF in vierfacher Wertung 2)
 


E I  mindestens  200 Punkte
 


E II  mindestens  100 P.


Gesamtpunktzahl  E = E I  +  E II  (mindestens 300 P.)
 

     

 

1)Wird mehr als 1 Sportkurs eingebracht, so muss es sich um unterschiedliche Sportarten
   handeln, darunter auch ein Kurs der Lernfeldgruppe A („Individualsportart“).

 

2)Wird eine besondere Lernleistung abgeliefert, ersetzt diese Note in vierfacher Wertung das
   4. Prüfungsfach im Block II (siehe Abschnitt 6).

 

Für die Berechnung der Durchschnittsnote der Abiturprüfung gilt folgende Umrechnungsskala:

 

Punkte E

Durchschnittsnote

 

Punkte E

Durchschnittsnote

300
301 bis 318
319 bis 336
337 bis 354
355 bis 372
373 bis 390
391 bis 408
409 bis 426
427 bis 444
445 bis 462
463 bis 480
481 bis 498
499 bis 516
517 bis 534
535 bis 552

 

4,0
3,9
3,8
3,7
3,6
3,5
3,4
3,3
3,2
3,1
3,0
2,9
2,8
2,7
2,6

 

 

553 bis 570
571 bis 588
589 bis 606
607 bis 624
625 bis 642
643 bis 660
661 bis 678
679 bis 696
697 bis 714
715 bis 732
733 bis 750
751 bis 768
769 bis 786
787 bis 804
805 bis 822
823 bis 900

2,5
2,4
2,3
2,2
2,1
2,0
1,9
1,8
1,7
1,6
1,5
1,4
1,3
1,2
1,1
1,0

 

5.      Fachhochschulreife

 

Wer die Qualifikationsphase ohne Abiturprüfung verlässt, hat eventuell den schulischen Teil der Fachhochschulreife erworben.

Die Fachhochschulreife (FHR) erhält man durch

Leistungen aus zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren der Qualifikationsphase (schulischer Teil) und dem Nachweis

  • eines mindestens einjährigen, berufsbezogenen Praktikums, das den Vorschriften über die praktische Ausbildung in Klasse 11 der Fachoberschule entspricht oder
  • einer erfolgreich abgeschlossenen, mindestens 2-jährigen Berufsausbildung.


Bei einer Wiederholung von Halbjahren können Ergebnisse aus dem alten und neuen  Durchgang kombiniert werden, wenn es sich um unterschiedliche Semester handelt.
 

Für den schulischen Teil der FHR gilt dabei:

15 Schulhalbjahresergebnisse sind zu berücksichtigen, darunter
   je 2 in Deutsch, in derselben Fremdsprache, in Geschichte oder einem anderen
   gesellschaftswissenschaftlichen Fach (falls als Prüfungsfach gewählt), in Mathematik
   und in derselben Naturwissenschaft,
– die 2 Halbjahresergebnisse der Prüfungsfächer P1 und P2 in zweifacher Wertung,
   mit insgesamt mindestens 40 Punkten,
– die 2 Halbjahresergebnisse in P3 sowie  weitere 9 Halbjahresergebnisse mit
   zusammen  mindestens 55 Punkten in einfacher Wertung.

Unter den 15 Schulhalbjahresergebnissen müssen mindestens 11 mit jeweils mindestens
05 Punkten in einfacher Wertung sein, darunter mindestens zwei Kurse in P1 und P2.
Die Durchschnittsnote wird gemäß Anlage 9 zur AVO-GOFAK ermittelt.

 

Das Zeugnis der FHR wird nach dem erfolgreichen Abschluss des berufsbezogenen Teils von der Schule ausgestellt, in der der schulische Teil erworben wurde.

 

6. Besondere Regelungen

 

a) Die „Besondere Lernleistung

Diese besteht aus einer umfangreichen schriftlichen Hausarbeit (=Jahresarbeit) und einem Kolloqium (=mündliche Präsentation mit Befragung).

Der schriftliche Prüfungsteil besteht aus der schriftlichen Dokumentation, die auf der Grundlage der Unterrichtsinhalte oder im Rahmen von mindestens zwei Schulhalbjahren erbracht worden ist.

Der mündliche Prüfungsteil wird auf der Grundlage der schriftlichen Dokumentation durchgeführt.

Waren mehrere Prüflinge an derselben Dokumentation beteiligt, muss trotzdem die individuelle Leistung klar erkennbar sein. Dieses gilt ebenso für die durchgeführte mündliche Gruppenprüfung.

 

Thema und Umfang der schriftlichen Dokumentation werden von der das Seminarfach unterrichtenden Lehrkraft festgelegt. Sie begleitet Erarbeitung und Erstellung der besonderen Lernleistung fachlich und organisatorisch.

Das Gesamtergebnis der besonderen Lernleistung wird in vierfacher Wertung in den Block II der Abiturergebnisse eingerechnet und ersetzt dort das 4. Prüfungsfach. Somit sind nur noch 3 Klausuren im Abitur in P1 bis P3 anzufertigen. Auch bei Anfertigung einer besonderen Lernleistung sind alle Bedingungen für die Prüfungsfächer zu erfüllen.

 

 

b) Latein
 

Der Erwerb eines Latinums wird beim Vorliegen der Voraussetzungen nicht nur auf dem Abiturzeugnis, sondern auch im Versetzungszeugnis am Ende der Einführungsphase  bescheinigt.

Die Mindestvoraussetzungen für die  Abschlüsse im Fach Latein sind in folgender Tabelle ersichtlich:
 

 

Kleines Latinum

Latinum

Großes Latinum

Latein ab 6

Versetzung in die Einführungsphase
mit der Note „ausreichend“

 

Bei der Versetzung in die Qualifikations-phase, d.h. am Ende der Einführungsphase die Note „ausreichend“

4 Halbjahre in der Qualifikationsphase, in den 2 letzten zusammen mind.
10 P, davon im letzten Hj. mind. 05 Punkte
oder
Latein als Prüfungsfach mit mind. 20 Punkten in Block II

Latein ab 10

4 Halbjahre in der Qualifikationsphase, in den beiden letzten zusammen mind. 10P., davon im letzten Hj. mindestens 05 Punkte
oder
Latein als P5 mit mind. 20 P. in Block II

Latein als P4 mit mind. 20 Punkten in Block II

----

c) Versäumter Unterricht
 

Die Schüler sind zur regelmäßigen Teilnahme am Unterricht verpflichtet. Wer Unterricht versäumt, hat den Grund spätestens am 3. Versäumnistag mitzuteilen.
In der Einführungsphase wird ein „Entschuldigungsheft“ ausgegeben, in das (bis zum Abitur) die Gründe für Fehlzeiten einzutragen sind. Bei nicht volljährigen Schülern unterschreiben die Erziehungsberechtigten. Nachdem der Klassenlehrer / Tutor abgezeichnet hat, wird das Heft den betroffenen Fachlehrern vorgelegt. Dieses soll unmittelbar nach einer Fehlzeit erfolgen!

 

Sind Fehlzeiten vorher bekannt (z.B. Vorstellungsgespräche) und nicht zu vermeiden, wird eine Beurlaubung beantragt: für einen Tag beim Tutor, für mehr als einen Tag beim Gymnasialzweigleiter.

Da der Plan für anstehende Klausuren normalerweise lange vorher bekannt gegeben wird, sollten wichtige Termine entsprechend gelegt werden.

 

Wird eine Klausur aus wichtigem Grund versäumt, so wird diese in der Regel nachgeschrieben. Dafür gibt es einen zentralen Nachschreibtermin am Samstag, der dem Klausurenplan zu entnehmen ist. Der Schüler ist verpflichtet, umgehend nach Beendigung der Fehlzeit diesbezüglich Kontakt mit seinem Fachlehrer aufzunehmen (bei Beurlaubungswünschen vorher).
Erkrankungen müssen ggf. durch Vorlage eines Attestes nachgewiesen werden.

 

Bei unentschuldigtem Fernbleiben wird eine Klausur mit 00 Punkten bewertet.

 

Wird so viel Unterricht versäumt, dass die Mitarbeit im Unterricht in diesem Fach voraussichtlich nicht mehr beurteilt werden kann, so kann die Bewertung des jeweiligen Halbjahres bei weiteren Fehlzeiten möglicherweise 00 Punkte betragen und  -abhängig von den Klausurergebnissen- ggf. zu einer Gesamtnote von 00 Punkten führen.

Auf diese Folge ist der Schüler vorher schriftlich hinzuweisen. Da bei Pflichtkursen eine Beeinträchtigung der Abiturzulassung vorliegt, sind auch die Erziehungsberechtigten zu informieren.

 

Die Informationspflicht der Schule gegenüber den Erziehungsberechtigten
auch nach Eintritt der Volljährigkeit des Schülers– umfasst alle wichtigen, den Abschluss betreffenden Angelegenheiten.

Falls ein volljähriger Schüler diese im Schulgesetzt verankerte Pflicht zur Information der (dann ehemaligen) Erziehungsberechtigten nicht zulassen möchte, muss er bei Eintritt der Volljährigkeit gegenüber der Schule eine entsprechende schriftliche Erklärung abgeben!

 

 

d) Studienbuch

 

In der Einführungsphase erhält jeder Schüler zum Halbjahr und am Ende ein Zeugnis. In der Qualifikationsphase wird –als Sammelmappe– ein Studienbuch geführt, in das die Leistungsnachweise der einzelnen Halbjahre einzuheften sind.

 

Die Zeugnisse und das Studienbuch müssen bei der Meldung zur Abiturprüfung vorliegen. Nur diese werden als Nachweise der erfüllten Verpflichtungen anerkannt.
 

Trotz der Beratung durch die Lehrkräfte der Schule ist jeder Schüler für die Einhaltung der geltenden Bestimmungen selbst verantwortlich!