Aus Fremde werden Freunde – Fabian und Mael: deutsch-französische Freundschaft

Von Ute Bautsch-Ludolfs

Bad Bevensen. Die deutsch-französischen Beziehungen sind gut. Zur aussöhnenden, vertrauensbildenden Maßnahme führte auch der Élysee-Vertrag, der gestern vor 50 Jahren, also am 20. Januar 1963, die gute Beziehung und die Freundschaft der Länder miteinander institutionalisierte. Geschlossen und unterschrieben von den Präsidenten Charles de Gaule und Konrad Adenauer. Vor 40 Jahren wurde eine Partnerschaft zwischen der Stadt und dem Landkreis Uelzen und der französischen Gemeinden der Region Bois-Guillaume in der Normandie begründet. Seitdem gab es immer wieder Begegnungen und Besuche, sei es über Musik, Sport, Senioren oder der Jugend. Gerade dieser Jugendaustausch wird gepflegt. Darüber lernten sich auch Fabian und Mael kennen und hatten inzwischen vier Begegnungen miteinander und natürlich regelmäßigen Kontakt über Facebook und Skype. Eine Freundschaft hat sich zwischen dem 15-jährigen Schüler aus Medingen und dem 14-jährigen Schüler aus Boi Guillaume entwickelt, der dort das „Leonardo da Vinci Collège“ besucht. Außerhalb der Besuche deutscher Jugendlicher über Ostern und der französische Gegenbesuch in den Sommerferien, ist Mael jetzt hier. Mit Förderung durch das deutsch-französische Jugendwerk ist Mael jetzt seit dem 2. Januar hier und bleibt bis zum 28. Februar. „Das ist bisher einmalig“, betont Katharina Bielenberg, die seit vergangenem Jahr Kontaktperson des Jugendaustausch Landkreis Uelzen/Bois Giullaume unter Obhut der Kreisjugendpflege ist. Sie pflegt auch den Kontakt aktuell mit Fabian und Mael.
Natürlich besucht Mael zusammen mit Fabian den Schulunterricht an der KGS im 9. Jahrgang. Macht es Spaß? „Ja“, antwortet Mael. Und was ist anders und ungewohnt? Etwas hilfesuchend schaut er seinen Freund an, der aber sofort weiß was Mael wohl sagen möchte, aber nicht das geeignete Vokabular auf Deutsch hat. „Er mein den Unterricht in „Werte und Normen“, sowas kennt er gar nicht“, spricht Fabian für ihn. Die beiden verbringen die Tage zusammen, teilen sich ein Zimmer, lernen voneinander. „Besonders beim Basketball habe ich so manchen Trick von Mael erfahren, in dem Sport ist er ein absoluter Könner“, schwärmt Fabian. „Auch kann er ganz toll Kuchen backen.“  Mael drückt aus, dass ihm hier besonders die Brötchen schmecken, sein deutscher Wortschatz schon viel größer geworden ist. Heimweh? Mael nickt.
Der nächste Austausch ist übrigens vom 18. bis zum 27. März 2013. Junge Menschen tzwischen 12 und 16 Jahren, auch mit wenig Französischkenntnissen können daran teilnehmen. Näheres dazu ist bei Katharina Bielenberg unter Tel. 05823-6253, Mail: katharin@diebielenbergs.de zu erfahren. Was sich aus solchen Begegnungen und Besuchen entwickeln kann, zeigen Fabian und Mael. Aus Fremden werden Freunde.

Foto: Bautsch-Ludolfs
Fabian und Mael