"Berlin" immer eine Reise wert...

 

Auswertung des Bundesfinales „Jugend trainiert für Olympia“

 

 

Am 18. September 2011 sind wir voller Vorfreude und Spannung auf die kommenden Ereignisse zum Bundesfinale nach Berlin gefahren. Auch der strömende Regen störte uns wenig, und die Akkrediterung verlief ungewöhnlich schnell. Unser Hotel befand sich direkt neben dem Hauptbahnhof, von wo auch die Fußballplätze im Poststadion in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen waren.

Aufregung gab es noch einmal kurz nach 22 Uhr, als das gesamte Hotel, immerhin acht Stockwerke hoch mit 249 Zimmern, wegen eines Feueralarms evakuiert werden musste. Zum Glück waren wohl nur einige „experimentierfreudige“ Gäste mit ihrem Haarspray den Feuermeldern zu nahe gekommen, so dass wir nach einiger Zeit wieder in unsere Zimmer konnten.

 

Der erste Wettkampftag am Montag begann super. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir das Auftaktspiel gegen Oelsnitz (Sachsen) mit 3:0 gewinnen. Im zweiten Gruppenspiel gegen körperlich deutlich überlegene Mädchen aus Dreieich (Hessen) lagen wir bereits nach wenigen Sekunden 0:1 zurück und kamen danach nur schwer ins Spiel. In der zweiten Halbzeit bekamen wir nach einem Eckball das zweite Gegentor, konnten aber kurz danach auf 1:2 verkürzen. Eine sehr gute Torchance in der Schlussminute hielt die Torhüterin der Hessen, so dass es bei der knappen Niederlage blieb.

In der dritten Partie musste gegen die Eliteschule des Fußballs Obervieland (Bremen) ein Sieg her. Die Bremer hatten gegen Dreieich ebenfalls 1:2 verloren, danach aber gegen Oelsnitz mit 6:0 gewonnen. Schon in der ersten Spielminute mussten wir nach einem Konter das 0:1 hinnehmen, schafften aber noch vor der Pause den Ausgleich. Im zweiten Abschnitt konnten nur noch wenige Torchancen herausgespielt werden. Die beste Möglichkeit kurz vor Schluss konnte die Torhüterin der Bremer parieren. So blieb es beim Unentschieden, was nur den dritten Platz in unserer Gruppe bedeutete. Damit stand fest, dass wir an den nächsten beiden Tagen nur um die Plätze 9 bis 16 spielen würden.

Am Nachmittag war die Enttäuschung darüber schon etwas verflogen, denn bei einer Führung im Reichstag durch die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann aus Celle und konnten interessante Eindrücke gesammelt werden. Anschließend ging es noch zum Brandenburger Tor, wo auch viele andere Sportler dieses Bundesfinales unterwegs waren.

 

Der zweite Wettkampftag begann mit einem besonderen Spiel. Wir trafen auf die Mädchen der Katholischen Liebfrauenschule Eschweiler (NRW). Gegen diese Mädchen waren wir vor genau einem Jahr im Finale von Bad Blankenburg nach Neunmeterschießen Bundessieger geworden. Jetzt wohnten die Eschweilerinnen in Berlin auf dem gleichen Flur, so dass die in Bad Blankenburg begonnene Freundschaft noch vertieft werden konnte.

Auf dem Fußballplatz wollte aber jeder gewinnen. Dieses Mal hatte Eschweiler knapp die Nase vorn (1:0), so dass uns nur die Spiele um die Plätze 13 bis 16 blieben.

Gegen die Oberschule zum Dom Lübeck (Schleswig-Holstein) gelang uns dann endlich trotz eines erneuten Rückstandes ein Sieg (2:1).

Am Nachmittag ging es zu einer ausführlichen Shoppingtour auf den Alexanderplatz, und das bei immer noch strahlendem Sonnenschein.

 

Im Spiel um Platz 13 mussten wir gegen die Gesamtschule Alter Teichweg (Hamburg) antreten. Hier konnten wir unsere spielerische Überlegenheit zu einer klaren 3:0 - Führung nutzen, ehe den Hamburgerinnen nach einem Foulstrafstoß der Ehrentreffer gelang.

Gefreut haben wir uns, dass zur Siegerehrung nach dem Spiel Steffi Jones und Wolfgang Staab kamen, die extra aus Frankfurt/ Main eingeflogen waren. Steffi Jones bewies dann auch beim stundenlangen Schreiben von Autogrammen eine unendliche Geduld.

Gemeinsam mit den Mädchen aus Eschweiler sahen wir uns noch von der Tribüne aus die Finalspiele an, ehe am Abend in der Max-Schmeling-Halle die tolle Abschlussveranstaltung mit anschließender Party auf uns wartete.   

 

Mit ein wenig Abstand können wir sagen, dass unser Team das Land Niedersachsen in der Hauptstadt gut vertreten hat. Zwar ist der 13. Platz in der Gesamtwertung sicher nicht das, was wir uns alle erhofft hatten, aber drei Siege und ein Unentschieden in sechs Spielen zeigen, dass die Mädchen im bundesweiten Vergleich gut mithalten konnten. Vergessen sein soll nicht, dass es bei über 140 gestarteten Mannschaften in Niedersachsen bereits ein großer Erfolg war, überhaupt zum Bundesfinale fahren zu dürfen.

 

Bedanken wollen wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bei unserer Schule, SZ-Sports und dem Schulverein für die Unterstützung beim Kauf der Kunstrasenschuhe.

 

Jens Dymke