Brasilianer zu Gast in der Fritz-Reuter-Schule

Von Ute Bautsch-Ludolfs

 

Bad Bevensen. Er ist kalt, fällt vom Himmel, schmilzt in den Händen und taucht die ganze Landschaft in strahlendes Weiß: Schnee! Für Menschen die ihn noch nie erlebt haben, ist es ein zunächst unbeschreiblichen Phänomen. So ging es auch den vier 15-jährigen Schülern aus Sao Paulo in Brasilien, die jetzt zum Austausch bei Schülern der Fritz-Reuter-Schule Bevensen sind. Clara, Christiane, Isabela und Kann sind seit Ende 2009 hier zu Gast, leben in den Familien ihrer Partner und haben jetzt etwa Halbzeit in ihrem Aufenthalt. Etwa 100 Schülerinnen und Schüler dieser brasilianischen Schule sind derzeit in Deutschland. „Hier ist es wirklich sehr kalt und ich bin sogar schon Schlitten gefahren“, erzählt Christiane auf die Frage nach ihren ersten Eindrücken. Kein Wunder, dass sie friert. „Zu Hause ist das Wetter warm, etwa 30 Grad.“ Noch sind die vier Schüler ein wenig verlegen zu erzählen, dabei ist ihr Deutsch absolut passabel, denn immerhin lernen sie es bereits seit sieben Jahren. Die betreuende Lehrkraft aus Brasilien, Felicia Rotdrigues ermuntern das Quartett und auch der heimische „Kontaktmann“, KGS-Lehrer Günther Burgard motiviert zum Sprechen. Wie läuft es hier in der Schule, was fällt auf? „Oh, es läuft hier sehr diszipliniert ab“, formuliert es Clara und die deutschen Partner schauen sich lächelnd an. „Solche Fächer wie Musik, Religion, Latein oder Französisch haben wir nicht, aber Soziologie und Philosophie. Auch sind unsere Klassen größer und wir arbeiten mehr am Computer, tragen Uniform und essen alle in de Mensa“, heißt es weiter in der Aufzählung. Allmählich sei auch das Heimweh nach der Familie weg und viel Interessantes habe man gesehen, Berlin, Hamburg. Das Freizeitverhalten ähnelt sich und natürlich machten sich die jungen Damen auch schon auf Shopping-Tour, „zumal die Kleidung hier preiswerter ist“. Ansonsten tauchen sie mit ihren deutschen Partner in das Familienleben ein, gehen regelmäßig zur Schule. Ungewohnt ist für sie auch, hier in Einzelhäusern zu wohnen, denn in der Großstadt Sao Paulo ist der Wohnraum meist in Hochhäusern und anderen Wohnanlagen. Vermissen sie was? Kurzes Schweigen. „Ja“, gibt eine zu, „Reis und Bohnen fehlen hier auf dem Speiseplan!“ Andere Länder, andere Küche. Foto: Bautsch-Ludolfs -die 4 Gastschüler aus Brasilien im Schnee vor der Schule mit den betreuenden Lehrkräften

Foto: Bautsch-Ludolfs

Die 4 Brasilianer im Schnee vor der Schule mit den betreuenden Lehrkräften