ab/kl Bad Blankenburg/Bad Bevensen. Als der Zug gestern Mittag mit einer einstündigen Verspätung im Bad Bevenser Bahnhof einrollte, da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr: Mit Konfetti und großen Glückwunsch-Plakaten und dem Song „So sehen Sieger aus“ sind die erfolgreichen Fußball-Mädchen der KGS-Schule am Bad Bevenser Bahnhof von Schülern, Lehrern und Familienangehörigen empfangen worden. Die Mädchen hatten am Dienstagabend das Bundesfinale des DFB-Schul-Cups in einem nervenaufreibenden Finale gewonnen und können sich nun bestes Fußballschulteam des Landes nennen.

Die Sieger des DFB-Schul-Cups wurden auf den Fußballplätzen der Landessportschule Bad Blankenburg (Thüringen) ermittelt. Jeweils eine Jungen- und eine Mädchenmannschaft hatten sich bei den Wettkämpfen „Jugend trainiert für Olympia“ in der Altersklasse IV (1998 bis 2000) auf Länderebene durchgesetzt und für das Bundesfinale qualifiziert. Als Niedersachsenmeister gingen die Schülerinnen der der Fritz-Reuter-Schule (KGS) Bad Bevensen an den Start.

Besonders reizvoll war der Modus des Wettkampfes. Vor den Begegnungen mussten alle zehn Spielerinnen drei verschiedene Technikübungen (Dribbeln, Passen, Torschuss) absolvieren. Die Leistung der gesamten Mannschaft floss im Sinne einer „Handicap-Regelung“ ins Spiel ein. Das punktbessere Mannschaft ging mit einer 1:0-Führung ins anschließende Spiel „Sieben gegen Sieben“.

Bereits 2009 hatte ein Mädchenteam aus Bad Bevensen beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin einen beachtlichen dritten Platz belegt. Jetzt bestätigten die Schülerinnen von Lehrer Jens Dymke, dass auch sie gegen Teams sportbetonter Schulen aus anderen Landesverbänden wie die „Eliteschule des Fußballs“ aus Frankfurt mithalten können. „Wir wussten, dass wir sehr spielstark sind und haben das Turnier mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient gewonnen. Die Mädchen können stolz auf ihre Leistung sein“, war Jens Dymke vom Auftritt seines Teams begeistert.

In der Vorrunde holten sich die Schülerinnen den Gruppensieg und trafen im Viertelfinale auf den Landessieger Bayern, das Gymnasium Roth. Mit 2:0 setzte sich das Team durch und hatte es im Halbfinale mit der Carl-von-Weinberg-Schule aus Frankfurt (Sieger Heesen) zu tun. Mit der besten Leistung im gesamten Turnier wurden auch die Frankfurterinnnen mit 3:1 besiegt.

Das Finale war dann nichts für schwache Nerven. Aufgrund der „Handicap-Regelung“ gingen die Bevenserinnen mit einem 0:1-Rückstand in die Partie. Finalgegner war die Liebfrauenschule Eschweiler. Schon in der Gruppenphase hatte sich das Dymke-Team gegen diesen Gegner schwer getan und nur 1:1 gespielt. Erst drei Minuten vor Ablauf der 25 Minuten Spielzeit erzielte Christin Wulf mit einem fulminaten Weitschuss den vielumjubelten Ausgleich. Beim Treffer von Wulf brach sie die gegnerische Torhüterin die Hand und musste ausgewechselt werden. In der fünfminütigen Verlängerung passierte dann nicht mehr viel und es ging ins Siebenmeterschießen. Jens Dymke stellte die „Elfmetertöterin“ Christin Wulf ins Tor. Diese Entscheidung sollte sich als richtig erweisen, denn Wulf hielt drei von vier Siebenmetern und sicherte dem KGS-Team den Gesamtsieg. „Ich habe den Schützinnen ins Auge geschaut und wusste danach wo sie hinschießen würden“, erklärte die stolze Matchwinnerin Christin Wulf. Nach der Entscheidung brachen bei der Mannschaft und dem Betreuerteam alle Dämme. Jens Dymke: „Es war sehr emotional.“ Außerdem lobte er die hervorragende Zusammenarbeit mit den hiesigen Fußballvereinen. „Ohne diese Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen.“

Die Trainerinnen Andrea Gerstenkorn (Union Bevensen) und Nicole Wulf (MTV Barum), die ebenfalls mit in Bad Blankenburg weilten, lobten auch noch das besondere Engagement der Sponsoren: „Dass sich 15 Bevenser Firmen gefunden haben, um 14 Trainingsanzüge und Regenjacken zu finanzieren, finde ich schon sensationell.“

• Der Kader: Christin Wulf, Lina Hedder, Pia Brodkorb, Lea Munstermann (alle MTV Barum), Sarah Gerstenkorn, Sophia Seyfried, Moana Fabel, Isabelle Antony, Roxana Lakomski (alle Union Bevensen) und Lilly Moldenhauer (TSV Bienenbüttel).