Von Ute Bautsch-Ludolfs

 

 

Bad Bevensen. „Ein Held ist nicht, wer seinen Feind umbringt, sondern immer wieder versucht, ihn zum Freund zu machen“, diese zentrale Botschaft richtete Reuven Moskovitz

an Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgänge der Fritz-Reuter-Schule. Schülern und dem

Politiklehrer Rolf Hartmann war es gelungen diesen bedeutenden Mann für den letzten kompletten Schultag zu gewinnen für den Aktionstag „Schule ohne Rassismus“.

Schlicht, bescheiden, einfach so, stand er vorne auf der Bühne vor vollbesetzten Stuhlreihen in der Aula/Lindenstraße und begann nach Einleitung von Lehrer Rolf Hartmann und dem Lied von Gerhard Schöne einfach von sich, seiner Biografie und den Erkenntnissen und Zielen zu erzählen. Der Jude und charismatische Israeli widmet sich mehr als seit 50 Jahren der jüdisch-palästinensischen Aussöhnung, aber auch der deutsch-israelischen Versöhnung und dem Frieden.

 Moskovitz fasste Nationalismus und Rassismus als Menschenhass zusammen und setzte dieses mit Eigenhass gleich. „Wer nur seine Nation liebt, ist unfähig sich selber zu lieben“. „Wir leben in einer gefährdeten Welt“, machte er deutlich und im Vergleich zu früheren Kriegen, in denen es die Chance zu überleben gab. Ein nächster Krieg wäre atomar, was nicht nur die Menschheit, sondern die ganze Erdkugel gefährde.

Ungerne erzählte Moskovitz aus seiner Kindheit mit Leiden, Hunger, Verachtung und Verprügelung, dem Überleben des Holocaust trotz Verfolgung und Vertreibung. 1947 wanderte er nach Palästina aus, wo er sich von Anfang an in der israelischen Friedensbewegung engagierte „mit großer Hoffnung und dem Traum von einer neuen, gerechten Welt ohne Eifersucht, Hass, Grund zu Konflikten“. Nach Aufbau und Tätigkeit im Kibbuz studierte er Geschichte, wurde Lehrer, blieb „ein ewig Vertriebener“.

 Mit Liedern, die er auf einer kleinen Mundharmonika spielte, ließ er das Gesagte nachwirken, kam auf das alte Lied „Die Gedanken sind frei“ zu sprechen, bevor er über sein Leben und Wirken im Konflikt Israel/Palästina genauer berichtete und aus seinem Buch „Der lange Weg zum Frieden“ vorlas. Das gemeinsam gesungene hebräische Lied „Wir wollen Frieden für alle“ hatte für viele ein neues Fundament gefunden.

 

 

Kopf:

Reuven Moskovitz war am vorletzten Schultag Referent in der KGS im Rahmen von „Schule ohne Rassismus“, Er ist 2011 Preisträger des AMOS-Preises für Zivilcourage in Kirchen, Religionen und Gesellschaft. Seit Jahrzehnten engagiert er sich für Gerechtigkeit und Versöhnung.

 

 

Fotos: Bautsch-Ludolfs

Reuven Moskovitz im Gespräch mit Rolf Hartmann

Reuven Moskovitz

SchülerInnen