Waldtag bei den Siebtklässlern der Fritz-Reuter-Schule

Von Ute Bautsch-Ludolfs

Bad Bevensen. „Da krabbelt was!“, behutsam wird sich mit den Fingern in dem alten Laub durchgraben  und die „Entdeckung“ schnell ins Becherglas getan. Manch unterdrücktes, anscheinend angewidertes „Ihh“ ist doch zu hören, trtotz der Weisung sich still zu verhalten, denn im Wald ist gerade Setz- und Brutzeit. Was ist das? Die Antwort muss selber gesucht werden, anhand von Bestimmungskarten. Immer mehr Krabbelndes, Windendes und Kriechendes wird zusammengetragen. Vom Rießelwaldboden. Denn statt in den Klassenräumen zu sitzen und den Stundenplan des Tages zu absolvieren, ging es für sämtliche Siebtklässler, also rund 250 Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule (KGS) in den Wald, auf Entdeckungstour, an Lernstationen, zu Bereichen außerhalb der Lehrbücher – hautnah!
 „Da in unserem Schulcurriculum für das Fach Biologie das Thema „Ökosystem Wald“ im 7. Jahrgang vorgesehen ist, bietet es sich an, an unterrichtliche Inhalte anzuknüpfen, die in der freien Natur und quasi am lebenden Objekt zu erfahren sind“, so Tobias Bruhne, junger Biologielehrer an der KGS, der sich bei der Staatsforst Niedersachsen auch zum Waldpädagogen hat ausbilden lassen und vorrangig diesen Tag für die an sich gut gelaunten, offenen und begeisterungsfähigen Schülern organisiert hat mit gleichsamer Unterstützung von Dr. Tom Gieger und Dr. Christina Westphal mit freundlicher Zustimmung des zuständigen Forstamts Oerrel. Ein Mammutprojekt großen Stils, dass ein klein bisschen an die traditionellen regelmäßigen Waldspiele bis kurz vor der Jahrtausendwende Jahren des Forstamts Medingen mit der Schule an knüpft. „Im Zentrum des Waldtages stand die direkte Naturerfahrung, den Wald mit allen Sinnen zu erleben und die Natur bewusst wahrzunehmen“, Tobias Bruhne weiter.
Die Aufgaben an den Stationen in drei ausgewählten Waldabschnitten waren vielfältig und reichten von Baumbestimmung, samt „blindes“ Erfühlen von Bäumen anhand der Rinde über Bestimmen von Bodentieren im Laubstreu, Geschichte des Waldes bis hin zu ph-Wert-Bestimmungen des Bodens.
Auf alle Fälle machten den Schüler die Aktionen Spaß, auch wenn der ein oder die anderen zurückschreckte, sobald es zur Berührung mit Spinne oder Schnecke kam. Dass es notwendig und sinnvoll scheint, die jungen Leute mit der Natur, in deren unmittelbaren Umgebung sie aufwachsen in Berührung zu bringen, wurde den begleitenden Biologie und Klassenlehrern sehr schnell deutlich und das Grund- und Vorwissen, sowie der Bezug zur Natur scheint zu schwinden. Ein Trend, dem seitens der Fritz-Reuter-Schule entgegenzuwirken versucht wird.
Die Bandbreite der Schüler reicht da vom naturfremden Stubenhocker vor dem Bildschirm bis hin zum umweltbewussten Jugendlichen. Den Wald als sensibles Geflecht näherzubringen, Aufgeschlossenheit für Fragen des Natur- und Umweltschutzes zu schüren, zu wissen, was Wald ist und dahintersteckt , die Bedeutung des Waldes als Erholungsfaktor und auch wirtschaftlichem Wert – nicht nur der Rießel bietet Gelegenheit für  Unterricht außerhalb des Schulgebäudes.  Und mit ein paar spielerischen Elementen, Experimenten und besonderen Aufgaben lässt sich noch mehr erlebnispädagogische und vertrauensbildende Maßnahmen  fördern.


Fotos: Bautsch-Ludolfs