Besonderes Projekt:

Was haben Bevenser Schüler mit Orgelbauer Arp Schnitger zu tun?

 

Bad Bevensen. Manual, Register, Zungenpfeifen, Windkanal … diese Fachbegriffe aus dem Orgelbau sind 31 Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule (KGS) Bad Bevensen nunmehr ein klarer Begriff. Auch vielfältige Klangmöglichkeiten, die die „Königin der Instrumente“,  erzeugen kann, haben sie gehört. Und mehr noch: Sie haben sich auf die Spuren des berühmten norddeutschen Orgelbauers Arp Schnitger gemacht, von dem sie vorher nie etwas gehört haben Das Ganze war gespickt mit vielerlei kreativen Aufgaben und mehreren Bausteinen.

Das 300. Todesjahr war für die Musiklehrerinnen der KGS, Antje Knobloch und Ute Bautsch-Ludolfs – beide auch Kirchenmusikerinnen – sich in einem besonderen, aufwändigen Projekt dem Leben, ‚Wirken und Orgeln dieses berühmten Menschen zu erkunden und vieles über das Weltkulturerbe Kirchenorgel zu erfahren und auszuprobieren.

Tatkräftige Unterstützung gab es von Ulf Pankoke und Silke Lindenschmidt vom Team „Vision Kirchenmusik“. Hierbei werde besondere Begegnungen mit Kirchenmusik ermöglicht und ein Innovationsprozess in Gang gesetzt.

Finanzielle Hilfe gab es ebenso von „Vision Kirchenmusik“, dem Schulverein und dem Lions-Club Bevensen.31 Schülerinnen und Schüler von der 5. Klasse an bis zur Oberstufe konnten bei diesem jahrgangs- und schulzweigübergreifenden mehrtägigen Projekt mitmachen.

„Toll war es“, meint Lukas zusammenfassend, „vor allem die Kirche in Neuenfelde und  unser Musizieren fand` ich gut. Und dass wir mit anderen aus anderen Klassen zusammen waren und uns gut verstanden haben.“ Der muntere Junge muss im Gesprächsfluss abgebrochen werden, denn die vielfältigen Eindrücke sind noch sehr frisch

Rückblick auf den 1. Tag. „Zunächst ging es um die Frage, wie ein Ton in der Orgel entsteht, dazu wurde ein Orgelkoffer ausgepackt“ berichtet Antje Knobloch. „Weiter wurden Orgelpfeifen gebaucht, sogenannte Melopipes, nach dem Modell von Orgelbaumeister Johannes Hüfken aus Halberstadt. Viele Handgriffe waren dann nötig , eine Orgel im Klassenzimmer zu bauen, die Doe-Orgel. Zuletzt wurden mit den Pfeifen und der Doe-Orgel musiziert.

„Weiter ging am 2. Tag in kleinen Gruppen zur Orgel in der Dreikönigskirche, wo den Kindern vieles gezeigt wurde. Auch wurde weiter das von älteren Schülern entwickelte Drehbuch zum Schülerfirm „Arp Schnitger“ umgesetzt, über das Leben und Wirken des Meisters recherchiert und die ersten Szenen gedreht. Dafür wurden extra Kostüme und Perücken ausgeliehen“, fährt Ute Bautsch-Ludolfs fort.

Zu einem besonderen Erlebnis wurde die Orgelexpedition nach Stade und Neuenfelde vor wenigen Tagen. In Stade wartete schon die kirchenmusikalische Nachwuchsförderin des Kirchenkreis Stadt,  Annegret Schönbeck der St. Cosmae Kirche auf die große Gruppe. Hier in dieser Kirche hat Schnitger sein klangvolles Gesellenstück hinterlassen. . Zunächst durchwob ein Orgelstück von Vincent Lübeck, einem Freund Schnitgers das Kirchenschiff. In kleinen Gruppen ging es dann in die Orgel. Alles wurde gezeigt und sogar alte Bälge durften mit viel Kraft getreten werden. Währenddessen probten die anderen mit ihren Melopipes ein Stück, dass zum Ende gemeinsam mit der Orgel musiziert wurde. Und es wurden natürlich Szenen vor Ort gedreht und Interviews geführt.

Letzter Haltepunkt: die St. Pankratius Kirche in Neuenfelde mit einer der bedeutendsten Instrumente, mit wesentlichen Orgelteilen im Original und Schnitgers größte zweimanualige Orgel. Hier im Ort heiratet er auch seine zweite Frau und wurde in der Kirche begraben Hier hatten Schüler kleine Referate über Biografisches vorbereitet – das Wappen wurde erklärt, die Grabplatte besichtigt und natürlich musiziert.

Rundum ein tolles Projekt, dass Schüler wie Ausführende begeisterte, die Begegnung mit einem der berühmtesten Orgelbauer möglich machte, vieles über Orgelbau erfahren ließ, aktiv und kreativ machte und Schüler von 11 bis 17 Jahren nachhaltig anrührte.

Den Film und besondere Eindrücke über dieses Projekt erfahren die Eltern der Schüler an einem besonderen Abend.

Im Rahmen des „Nacht, die Wissen schafft“, wird der Film ebenfalls zu sehen sein.

 

Fotos (bis auf das erste und die letzen beiden): Bautsch-Ludolfs