Von Ute Bautsch-Ludolfs

 

Bad Bevensen. Zu einer Art flashmob, also einem kurzen, spontanen Einsatz, fand sich die Klasse 8g in der großen Pausenhalle der Fritz-Reuter-Schule. Im Augenschein einer ständig wachsenden Schülerzahl, die gerade ihre Pause hatten. Es gab für die Aufsichtslehrer reichlich zu tun, ihren Handyeinsatz zu unterbieten. Die Klasse hatte in den Projekttagen das Thema „Aufstehen“ in Performande. Was ist Performance überhaupt. Darüber wurden sie von ihren Lehrkräften  Wiebke Seelow und Merle Busch informiert. Es ist eine Form der Aktionskunst, verwandt mit dem Theater. Statt Kunstwerk und Schöpfersubjekt rückt der kreative Prozess selbst in den Mittelpunkt. „Unser Motto Aufstehen ist absichtlich offen angelegt – ob es nun das morgendliche Aufstehen, das Aufstehen im Unterricht, das politische Aufstehen aus Protest, etwa gegen Rassismus oder Arbeitsbedingungen ist“, erklärt Klassenlehrerin Seelow. „Es ist auch eine Form „sich um die Zukunft zu kümmern“, sich also mit Fragen wie „Wohin will ich gehen?, „Was möchte ich tun“ auseinandersetzt. Und nicht zuletzt ist das Aufstehen in Form der Selbstständigkeit den Schülern überlassen.“ Die durften viel selbst entscheiden zum „Aufstehen“, was ihnen vielfach Ziele und Nützliches ermöglichte, sei es die Stärkung des Vertrauens in eigene kreative Kräfte, Medienkompetenz oder Förderung des Zusammenhalts der Klasse.

Wesentlich zu dem tollen Erfolg hat der professionelle Tänzer und Choreograph Papis Ba aus dem Senegal beigetragen. Er unterrichtet in Lüneburg „Afro Urban“ und Breakdance. Er schaffte es auch gerade die jungen Herren, die sich lieber in passiver Beobachtungsposition sahen, zu ermutigen mitzumachen. Feinfühlig brachte Papis Ba ihnen Hip Hop und mehr bei. In 5er Gruppen haben sie dann gemeinsam gelernt, während andere teils an der Dokumentation per Film gearbeitet haben. Ein toller Projekt. Nur dank der finanziellen Unterstützung des Schulvereins konnte es verwirklicht werden. Im Gegenzug dafür hat die Klasse Torten und Kuchen für das „Sterntalerprojekt“ der Schule gebacken.

Beim „Tag der offenen Tür“ der KGS, jetzt am Sonnabend, von 10 bis 14 Uhr,

sind die neuen Performer leider nicht zu sehen.

 

Fotos: Bautsch-Ludolfs