Von Ute Bautsch-Ludolfs

 

Bad Bevensen. Podiumsdiskussionen sind selten. Überhaupt in der Schule. Daher wird es für die Zehntklässler der Fritz-Reuter-Schule (KGS) vom Fachbereich Geschichte-Soziales-Weltkunde unter Leitung von Stephanie Reißner-Pannwitz seit Jahren  gefördert.

Eine Gruppe von  Schülern des Jahrgangs wählt ein Thema aus und bereitet es organisatorisch und inhaltlich zu. Fünf Treffen gab es. Diesmal wählte man – ohne aktuellen konkreten Anlass - das Thema „Drogen“. Unterstützung gab es neben Lehrerin Stephanie Reißner-Pannwitz auch von Lehrerin Julia Teske. Eingeladen zur Diskussion auf dem Podium waren Vertreter aus dem Stadt- und Samtgemeinderat. Gekommen waren Andreas Czerwinski (CDU/Stadtrat) Martin Feller (Grüne/Bürgermeister Bad Bevensen), Teresa Geist (Drogenberatungsstelle Uelzen) Hans-Peter Hellmanzik (SPD, Stadtrat), Silke Munstermann (Präventionsstelle der Polizei Uelzen) und Heiko Senking (UWG, Bürgermeister Ebstorf).

„Ganz schön mulmig“ fanden es Lara M. und Larissa W. zunächst dort mit im Podium zu sitzen, gewöhnten sich aber schnell daran. Mit dabei saß auch KGS-Lehrer Renke Samusch.

Jetzt traf sich das Vorbereitungsteam zur Rückrunde. Wieso das Thema Drogen überhaupt? „Drogen gehören in den Sekundarschulen des Landkreises dazu. Mit dem Thema befassen wir uns auch häufig, etwa beim Gesundheitstag“, erklärt Renke S. . „Es ist doch unglaublich, dass Anbau, Verkauf und Besitz verboten sind, der Konsum aber nicht!“ Im Blickwinkel waren illegale Drogen. „Das geht in der 6./7. Klasse schon los mit Gras und Cannabis.  Die Quellen sind meist bekannt“ fährt Nico fort. „Deutlich bei der Debatte wurde die Überschneidung vom politischem Amt und beruflichen Schwerpunkt im Bereich der Strafverfolgung. Das führte zu einem tiefgehenden Einblick in das Thema.“

„Klar war der Appell „Nein“ zu sagen und wenn schon ausprobiert oder konsumiert wird oder der berühmte Kick gesucht wird, dies verantwortungsvoll und bewusst zu tun“, fasst Lara M. zusammen. Schwierig sei es, wenn Freunde sagen: „Mach mit, probier doch mal“, das sei Druck.“

Natürlich waren auch Fragen aus dem Publikum erwünscht, die wiederum zu  inhaltsreichen Redebeiträgen führten. „Was kann man tun, wenn man feststellt, dass eine Freundin oder ein Freund drogensüchtig ist?“ wurde gefragt. Oder: „Liegt es nicht auch an unserem Schulsystem, dass Jugendliche aus Frust oder Stress zu Drogen greifen?“, „Wie sieht es mit der Legalisierung von Cannabis aus?“

Entsprechende Podiumsbeiträge versuchten Antwortmöglichkeiten zu geben.

Nicht allen klar war , dass die von der Polizei aufgenommenen Drogendelikte den Erwerb des Führerscheins in weite Ferne rücken lässt.

Welche Möglichkeiten es gibt unterstützend einzugreifen wurde dargelegt. Angebote wie das „DROBS“ in Uelzen oder das anonyme Drogentelefon helfen da weiter.

 

Foto: Bautsch-Ludolfs