Von Ute Bautsch-Ludolfs

 

Bad Bevensen. Mal Leckereien  für ein Frühstück beim Bäcker in Paris einkaufen. In London beim Touristenzentrum nach einer Verkehrsverbindung fragen. Beim Boutique-Besuch im Ausland nach einer Nummer größer bei dem süßen Trägerkleidchen fragen  … Fremdsprachenkenntnisse in Alltagssituationen anzuwenden ist gar nicht so einfach. Daher machten sich Fremdsprachenlehrer an der Fritz-Reuter-Schule daran ein „Sprachendorf“

mit verschiedenen Stationen aufzubauen. Ein  Dorf, in dem Englisch oder Französisch gesprochen wird, denn oft genug haben Schüler einen zu geringen individuellen Sprechanteil im Unterricht. Nach einer DESI-Studie konnte belegt werden, dass der Sprechanteil in einer Englischstunde gleich hoch ist wie in einer Mathestunde. Das mag daran liegen, dass die Sprechkompetenz nur eine von vielen Kompetenzen ist, die es im Unterricht zu schulen gilt.

Dieses Sprachendorf wurde nunmehr wieder zum Highlight im Schulalltag.

„Daran teilnehmen durften Achtklässler, die wir in dem Jahrgang normalerweise einen Schüleraustausch anbieten, erläutert die Fachbereichsleiterin für Fremdsprachen an der KGS, Simone Roggendorf. “Rund 280 Schüler konnten ihre Sprachkompetenz in Englisch und Französisch unter Beweis stellen. Und zu 25% fließt diese Sprechleistung im Sprachendorf mit in die mündliche Zeugnisnote des zweiten Halbjahres ein.

Durch unterschiedliche Vorstrukturierung der Handlungsanweisungen gab  Unterstützung, so dass die Dialoge mit Muttersprachlern  aus der Oberstufe – die mithalfen – weitaus mehr als ein Rollenspiel waren. Viele Requisiten und ganz viel echtes Material waren in den Stationen natürlich dabei. Evian-Mineralwasser, Pain au Chocolat, Brioche und mehr im Bäckerladen. Jede Menge Kleidungsstücke  vom T-Shirt bis zu den Sneakers im Mode-Laden und mehr. „Ich bin ganz schön aufgeregt“, bekennt Sina, „hoffentlich fallen mir die Vokabeln ein. Aber es gibt ja Fragestellungen und Aufträge zur Vorbereitung. Sicherlich liegt auch ein Duden bereit …“ Wenn dann der Dialog beginnt wird natürlich von fachlicher Seite bewertet. Sind Fehler im Sprachgebrauch? Wie ist das Rollenverhalten in punkto Interaktion und Aufgabenbezug? Wie sieht es mit der Aussprache, Betonung und de, Sprechtempo aus?

„Ein solches Sprachendorf ist auch eine gute Vorbereitung auf mündliche Prüfungen und manch einer merkt, dass sein Wortschatz größer und sein Ausdrucksvermögen klarer sein könnte“ so Simone Roggendorf weiter. „Viele Schülerinnen und Schüler bewältigen die Aufgaben aber auch schon souverän und zeugen stolz ihre guten Ergebnisse.“

 

Fotos: Bautsch-Ludolfs

Schüler im Sprachendorf