Heimat/ Begegnungen 2.0                                                                                                von Lisa Schliekau


Heimat und Begegnungen, zwei Worte, die für uns selbst verständlich sind.
Ständig begegnen wir einander und wir wissen, was unsere Heimat ist. Doch für die Schüler der
Sprachlernklasse ist dies nun nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor ein paar Jahren, denn
viele von ihnen kommen von weit her und Deutschland ist für sie eine völlig fremde, neue Welt.
Ziel des Projektes, welches von Barbara Leitsmann, Cornelia Theiss und Johanna Trumann ins
Leben gerufen wurde, ist vor allem die Begegnung und kulturelle Integration der
Sprachlernschüler mit denen der Fritz-Reuter Schule. In diesem Fall der Klasse 10i, welche das
Projekt unterstützt. Geleitet wird das Projekt von Johanna Trumann, Lehrerin an der Fritz-Reuter
Schule, Antjé Femfert, Theaterpädagogin aus Lüneburg, Jan Kunze, Klassenlehrer der
Sprachlernklasse und von Andreas Schenkies, dem Schlagzeuglehrer und Leiter des DrumCircle.
Außerdem wird das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur
und von der Klosterkammer Hannover großzügig gefördert.
Die Schüler der Sprachlernklasse und die der 10i treffen sich jeden Freitag und üben mit der
Theaterpädagogin Antjé Femfert kleine Theaterstücke mit selbstgebastelten Masken, welche von
einem DrumCircle (bestehend aus der Klasse 10i) musikalisch begleitet werden. Der DrumCircle
ist ein musikalischer Beitrag zum Projekt Heimat/Begegnungen 2.0. Er besteht aus den Schülern
der 10i und Andreas Schenkies, welche das Projekt Heimat/Begegnungen 2.0 mit Trommelmusik
stilvoll begleiten.
Wenn sich Freitag morgen alle Schüler in der Aula der Fritz-Reuter Schule eingefunden haben,
beginnt die Aufwärmphase, in der Antjé Femfert den Jugendlichen mit fröhlichem Lächeln einen
Guten Morgen wünscht und die Jugendlichen auffordert sich in verschiedenen Sprachen zu
begrüßen. So hallen fremde Worte, wie Dzień dobry oder Merhaba durch die große Aula.
Zusätzlich zu den Worten, werden Bewegungen dazu weiter gegeben, was den ein oder anderen
Schmunzler hervorbringt. Aber dort wird niemand ausgelacht was den Schülern das Gefühl gibt,
dass es nicht schlimm ist, etwas nicht zu können, im Gegenteil, es wird gemeinsam gelacht und
versucht neue Dinge zu lernen.
Danach beginnen einige Theaterübungen, so müssen sich die Jugendlichen sich in verschiedene
Emotionen versetzen und sich diesen dabei komplett hingeben oder blitzschnell Bewegungen im
Kreis weiter geben, sodass es schon mal schwierig wird hinterher zu kommen.
Ist diese Phase beendet, geht es ans Theater spielen, in der die Sprachlernschüler, aber auch die
der 10. Klasse zusammen drei kleine Szenen üben. Die Szenen werden auch wieder von der
Musik des DrumCircle unterstützt. Durch das Zusammenspiel soll der Kontakt nach und nach
aufgebaut werden, so dass sich die Hemmungen vor Berührungen und Sprache langsam lösen.
Die Schüler lernen das Theater spielen und man schaut in lächelnde Gesichter.
Wenn sich die Stunde dann dem Ende neigt, kommt der für die Jugendlichen wohl schönste Teil;
der Applauskreis, in dem sich alle in einem großen Kreis aufstellen und jeder den wohlverdienten
Applaus bekommt. Das Gefühl von Anerkennung finden natürlich alle schön und so gehen die
Jugendlichen mit fröhlichem Gemüt in die Pause.
Die Schüler sollen sich durch die theaterpädagogischen und musikalischen Aktionen begegnen
und die Angst vor Berührungen verlieren. Außerdem wird versucht, die Sprachkompetenz und
die Teamfähigkeit durch die Verknüpfung der verschiedenen Lebenswelten zu trainieren, so
mussten die Jugendlichen gemeinsam Aufgaben meistern und Ideen auf der Bühne umsetzen.
Und auch, wenn anfangs kaum Gespräche zustande kamen, waren die Theaterübungen und Spiele
auch ohne Sprache möglich, so dass auch schüchterne Schüler schnell Selbstbewusstsein
erlangten und Barrieren abbauten.